Dark Souls 3

Welcome To Dying- Dark Souls 3

Mit Spannung wurde das Finale der Souls Reihe erwartet. Alleine gegen den Rest einer sterbenden Welt kämpft man sich durch eindrucksvolle Kulissen, bockschwere Gegner und die eigene Angst. Vorhang auf für das letzte Leuchtfeuer.

 

Wer bereits die ersten Teile der Serie gespielt hat, weiß ungefähr, was einen erwartet: knackiger Schwierigkeitsgrad, eine kryptische Geschichte und extrem packende (Boss-) Kämpfe. Der Tod schaut dem Spieler jederzeit über die Schulter und scheint nur darauf zu warten, daß man einen Fehler macht, um ihn erbarmungslos zu bestrafen. Ebenso unerbittlich ist die Fangemeinde in der Erwartungshaltung und verteufelt eine Abweichung vom Pfad schnell mit casual Flüchen. From Software ist sich dieser Erwartungshaltung sehr wohl bewusst, und hat nochmal alles in die Waagschale geworfen, um einen würdigen Abschluss der Souls Reihe zu inszenieren. Daher das wichtigste vorab: es ist ein würdiger Abschluss geworden, was in erster Linie an der fantastischen Inszenierung liegt. Auf der Bildschirmbühne ergießt sich die beste Grafik der Reihe, ohne einen Hauch der dreckigen Atmosphäre einzubüßen. Eine blinde Sonne kämpft sich durch die Wolken nahe einer Burgruine und entblößt gleichzeitig das Antlitz einer verfallenen Welt, herrlich! Der Soundtrack zaubert alleine im Intro eine Gänsehaut und wird im Laufe der gesamten Spielzeit intensiv genutzt, um tiefer in die verruchte Welt einzutauchen. Besonders bei den Bosskämpfen spielt er seine Trümpfe aus und sorgt für unvergessliche Momente.

Aber auch inhaltlich haben From Software einige Goodies am Start. Was kaum jemand weiß: „Souls“- Schöpfer Hidetaka Miyazaki hat als Kind gerne englische Bücher gelesen, obwohl er die Sprache nicht gut verstand. Kurzerhand reimte sich seine Fantasie die fehlenden Puzzleteile zusammen, so dass sich eine zusammenhängende Geschichte ergab. Dieses Prinzip wird auch weiterhin konsequent weitergefahren, denn das Intro deutet lediglich den Rahmen an, während gefundene Gegenstände und die Dialoge der NPC´s lediglich ergänzen. Veteranen der Serie werden zusätzlich mit Andeutungen beglückt: so finden sich beispielsweise Leichen der Pilzwesen im morastigen Sumpf wieder, oder ein verirrter Dämon lässt als Zwischengegner Erinnerungen an den ersten Teil aufkommen. Auch die Alternative zum Nexus im ersten Teil fühlt sich sehr heimisch an, denn hier versammeln sich alle NPC´s und man kann Handel treiben, Aufsteigen oder auch seine Waffen aufmotzen. Es sind gerade die Andeutungen an alte Souls Teile, die kurz schmunzeln und manchmal sogar eine Gänsehaut aufkommen lassen. Bei der Vielfalt der Spielweltbewohner haben From Software tief in die Trickkiste gegriffen. Altbekannte Skelette, wandelnde Leichen, aber auch Eismonster und Werwölfe sind dieses Mal unter anderem dabei. Gerade die Bossgegner wurden mit viel Phantasie entworfen und mit genialen Kampftaktiken in Szene gesetzt. Der Mix aus Innovation, Grafik und Soundtrack macht da extrem großen Spaß, besonders bei dem Kampfsystem. Die Bosse haben nun mehrere Kampfphasen in petto: hat man sie erstmal geschwächt, wechseln sie (teilweise unter herrlichen Zwischenanimationen) die Taktik und greifen in einem völlig neuen Muster an. Hier muss man schnell umdenken, sonst wird man schnell wieder Stammgast auf dem „Du bist gestorben“ Bildschirm. Aber nicht nur die Bosse haben Neuerungen erfahren, sondern vor allem das Kampfsystem wurde ordentlich aufpoliert. So hat jede Waffe einen individuellen Spezialangriff, den man beidhändig Ausführen kann. Gegnerhorden mit einem Wirbelschlag seiner Lanze ummähen, oder einen gut gepanzerten Ritter mit einem Schwertuppercut zusetzen sind dabei nur einige Aspekte von vielen. Die Kämpfe spielen sich flüssiger den je, was wohl auf die Erfahrung der Bloodborne Kämpfe zurück zu führen ist. Dabei gilt wie immer, die Ausdauer im Auge zu behalten. Magie und Spezialangriffe werden, wie in „Demon´s Souls“ mit einer Mana Leiste verbraucht. Auffüllen kann man diese mit Ascheflakons, ähnlich wie die Lebensenergie mit Estus. Wer keine Lust auf diese Neuerungen hat, kann aber auch old school weiter schnetzeln.

Fazit: Ich bin süchtig! Nur noch einen Teil des Areals untersuchen, nur noch mal eben einige Seelen farmen zum aufleveln und doch mal mit einer anderen Waffe etwas ausprobieren. Dark Souls 3 ist kein Spiel für zwischendurch, denn es erfordert Hingabe, Ausdauer und Taktik. Fantastisch inszeniert, grandiose Soundkulisse und unerbittliche Kämpfe werden auf dem Bildschirm zelebriert und ich erlaube mit einen Anfall der Euphorie, ehe es erneut an den Contoller geht. Praise the sun!
 

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